KLIMMEN

“KLIMMEN”, Klagenfurt, Wieser 2008. 200 Seiten, gebunden. Lesebändchen, Prägedruck,
EUR 18,80/sfr 33.90.

“Eine Wohngemeinschaft besteht nicht nur aus Orgien, die besser nicht stattgefunden hätten, eine Wohngemeinschaft setzt sich auch aus ganz natürlichen Begebenheiten und Eigenheiten zusammen. Eine Wohngemeinschaft ist eine furchtbar intime Geschichte, und sie beinhaltet das Wissen über nahezu familiäre Dinge, falsch: Das distanzlose Wissen über die anderen macht sie zu einem familiären Konstrukt. Annabell zupft sich die Augenbrauen, Martin benutzt lichtreflektierendes Make-up for Women, wenn er einen Akneschub hat, und mein Nabelpiercing entzündet sich ungefähr alle fünf Wochen. Lauter Dinge, die man nicht verbergen kann, wenn man ein Bad teilt. Was wir noch teilen, ist das WC, und obwohl wir nie darüber gesprochen haben, bin ich sicher, dass ein jeder von uns zweifelsfrei und auf Anhieb festellen kann, wer da zuvor gesessen oder gestanden ist.”

“Die Freiheits- und Beziehungssuche der heterogenen WG schildert Stift in einem schnellen, mit Slang und Anglizismen gespickten Satzrhythmus, die Drastik der „Rudelficks“ prallt an verletzte Wutprosa angesichts von Vertrauensverlust und Abtreibung.” (THE GAP, 02/08)

“Andrea Stift wechselt in einem schnellen und originellen Satzrhythmus von prägnanter, nachvollziehbarer Innerlichkeitsprosa zum Jugendslang einschließlich Anglizismen.” (Roland Steiner im Buchmagazin)

“Ihr Talent zur Ironie zeigt Andrea Stift in jenen Sequenzen, in denen sie die Hauptfigur zwischen alternativen Lebensentwürfen und Konformitätszwängen zappeln lässt: “Mir ist der ganze Feministinnenquatsch egal. Oder sage ich (das) nur (…), damit ich bei Männern, die ich nie haben werde, gut ankomme”(Paul Pechmann im Falter 8/2009)

“In gut achtzig Kurz-und Kürzestkapiteln führt sie einem temporeich und glaubwürdig den WG-Alltag vor Augen, den ewigen Kreislauf aus Besäufnissen und langem Schlafen, Rausch und Kater, offenbar die einzige Lebensform, die vor den gefühlen der Langeweile und Leere schützt, weil sie immer wieder mit Neuem aufwartet, in Gestalt neuer, anderer, unerforschter Körper [...].” .” (Karin Fleischanderl in kolik 43/08))

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1 Kommentar zu „KLIMMEN“

  1. [...] meine sich ja nicht online befindende klimmen-rezension von karin fleischanderl in der kolik 43/2008 hält sich auch im pressespiegel der österreichischen literatur auf. [...]

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