unlängst, aus einem gespräch zwischen zwei redaktionshilfssheriffs einer bekannten überregionalen literaturzeitschrift:
A: “ganz schöne gedichte, aber…”
B: “ja?”
A: “ich hab mir die mühe gemacht, und den verfasser gegoogelt.”
B: “ja?”
A: “und die sind doch schon alle online, die gedichte!”
B: “ja?”
A: “und da muss man schon ein bisschen streng sein. ich meine: so geht das nicht.”
B (ehrfürchtig): “ja!”
seitdem trau ich mich natürlich noch weniger, irgendetwas online zu stellen. bis auf dieses eine gedicht, für das ich so schöne rückmeldungen bekommen habe, dass ich es meiner stetig wachsenden fangemeinde nicht vorenthalten werde. außerdem wird es nirgends erscheinen, vor allem nicht in jener bekannten, überregionalen literaturzeitschrift und schon gar nicht in meinem nächsten buch, von dem ich noch nicht weiß, wann es publiziert geworden sein wird. weil es ist nämlich lührik. alas:
wir haben uns die straße
hererfunden
hier ist es immer eine stille nacht
in deinen wassertrüben augen seh ich
was mich vermutlich bald
unglücklich macht
in meinem blutkreislauf schwimmt
eine drossel
an einer deiner schläfen klopft ein specht
wenn die sich spüren könnten hier im dunkeln
sie vögelten
nicht schlecht
wir zeichnen uns mit nebel
eine sonne
am horizont quillt heller frühlingsschaum
auf dieser hererfundnen straße
geht es nur vorwärts
zurück geht es kaum
bin sowas von entzückt davon!
freude, freude, freude!
sehr interessant. macht lust auf mehr… gibt es mal was zu lesen aus deinem lührik-band-manuskript?
ja. geplant: 2015.